Anamnese der Patientin
Die Patientin klagte über Wirbelsäulenschmerzen, besonders ausgeprägt im Schulterblattbereich und im unteren Rücken. In den letzten 6 Monaten entwickelten sich ziehende Schmerzen in der Halswirbelsäule. Taubheit der Finger und häufige Kopfschmerzen wurden festgestellt — typische Anzeichen einer zervikalen Nervenwurzelkompression.
Diagnose
- Kompressive ventrolaterale Spinalkanalstenose C4–C6 — Verengung des Spinalkanals über drei Segmente
- Kompressive C6-Wurzelstenose — Nervenwurzelkompression mit neurologischer Symptomatik
- Osteochondrose C3–C7 — degenerative Wirbelveränderungen über 4 Segmente
- Facettengelenkarthrose C4–C6 — Degeneration der Zwischenwirbelgelenke
- Bandscheibendegeneration C4–C7 — multiple Bandscheibenbeteiligung
- Zervikale Kyphose — pathologische Krümmung mit sagittalem Ungleichgewicht
- Bandscheibenvorfall C4/C5 — zentral linksseitig, 1,9 mm
- Bandscheibenvorfall C5/C6 — zentrolateral, 5,8 mm rechts und 2,3 mm links
Klinische Untersuchung
Die klinischen Befunde korrelierten mit den MRT-Daten: Zeichen einer Kompression der rechten C6-Wurzel und Facettengelenkentzündung wurden festgestellt. Bei der Palpation zeigte sich Druckschmerzhaftigkeit auf Höhe C5 und C6. Parese des rechten Arms, Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit bei Kopfdrehung nach rechts sowie Muskelhypertonie im Hals- und Interskapularbereich wurden festgestellt.
Operationsbericht — MIBRAR®-Methode
Mikroinvasiver Eingriff in der MIBRAR-Klinik (München) unter Leitung von Prof. Dr. med. Arsen Babayan. Ambulant, unter Lokalanästhesie, ohne Vollnarkose.
- Sondierung mit flexiblem Katheter — Navigation durch den zervikalen Spinalkanal
- Spinalkanaldilation — mechanische Erweiterung der Stenosezonen zur Wiederherstellung des Lumens
- Epidurale C6-Wurzeldekompression — Beseitigung der Nervenwurzelkompression
- Stimulation der Bandscheiben- und Wirbelregeneration mit CGF-Konzentrat (Blutplasma, junge und späte Thrombozyten mit Wachstumsfaktoren)
- Behandlungszonen: Spinalkanal C4–C6, Epiduralraum der C6-Wurzel, Bandscheiben C4/C5, C5/C6
MRT-Aufnahmen vor und nach MIBRAR®
Vergleichende MRT: links — vor dem Eingriff (20.09.2016), rechts — nach dem Eingriff (30.01.2017). Auf der Kontrollaufnahme ist der Bandscheibenvorfall C5/C6 nicht mehr nachweisbar.
Behandlungsergebnisse
Bedeutung des Falls
Die zervikale Stenose ist eine der komplexesten Wirbelsäulenpathologien. Bei Rückenmarkskompression auf Höhe C4–C6 besteht das Risiko einer Myelopathie mit Funktionsstörung der oberen und unteren Extremitäten. Die standardmäßige chirurgische Behandlung — anteriore zervikale Diskektomie und Fusion (ACDF) oder posteriore Laminektomie — birgt Risiken von Rückenmarksschäden, Verlust der segmentalen Mobilität und prolongierter Rehabilitation.
In diesem Fall ermöglichte MIBRAR® eine Spinalkanaldekompression und vollständige Resorption des C5/C6-Vorfalls (5,8 mm) — ohne Eröffnung des Spinalkanals, ohne Bandscheibenentfernung, ohne Implantateinlage. Die 38-jährige Patientin behielt die volle Halsbeweglichkeit und kehrte sofort nach dem Eingriff zum aktiven Leben zurück.
Dieser Fall ist besonders wertvoll, da er die Wirksamkeit von MIBRAR® bei multiplen zervikalen Pathologien (Stenose, Vorfälle auf zwei Ebenen, Osteochondrose, Facettengelenkarthrose, Kyphose) demonstriert — eine Kombination, die normalerweise eine mehrsegmentale Operation erfordert.
Weitere klinische Fälle
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